Design-Highlights aus 10 Jahrzehnten (Teil1)

31 01 2012

Das Wörtchen „Retro“ ist wieder einmal in aller Munde. Doch um beispielsweise ein Design als Retro-Design definieren zu können, sollte man auch wissen, wie dieses Design aussah als es gerade aktuell war und zu welchem Zeitpunkt es aktuell war. Ich habe mal ein bisschen recherchiert und es war ganz interessant, zu sehen, was bei unseren Großeltern und Urgroßeltern so alles angesagt war. Manchmal kommt einem dabei zwar das kalte Grausen aber oft sind auch die Wurzeln von aktuellen Design-Trends zu erkennen.

Starten wir nun zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit des Designs. Von den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis zu aktuellen Design-Highlights von heute.

Die 20er Jahre

In den „goldenen“ 20er Jahren dominierten, ganz im Gegensatz zu der grauen politischen Realität der Weimarer Republik, glanzvolle Objekte in Kunst und Design die sich weitgehend frei von Zensur entfalten konnten. Die Designerin Coco Chanel setzte neue Akzente in der Mode und Picasso prägte erstmals die bildliche Kunst. Die Zwanziger waren zudem die Zeit des Charleston, des Dadaismus und des Surrealismus. Der Design-Trend, den die breite Masse wahrnahm, war allerdings fast durchwegs von der „Neuen Sachlichkeit“ geprägt.

Typische Design-Accessoires der Zwanziger waren zum Beispiel die Knickerbocker-Hose für den Herren und selbstverständlich auch die zu jener Zeit unverzichtbare Zigarrettenspitze.

Die 30er Jahre

Das Design der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war vehement vom Nationalsozialismus und der Weltwirtschaftskrise geprägt. Designelemente wurde mehr und mehr der Funktionalität und Schlichtheit untergeordnet. In puncto Autokarosserie herrschte die Stromlinienform vor, inspiriert vom „Silberblitz“ von Mercedes Benz. Die Damen trugen Lidschatten bis zu den Augenbrauen und die Herren keine Hosenträger und Westen mehr. Angesagte Materialien waren damals Kunstfasern wie Nylon und Perlon.

Absolute Must Haves der 30er Jahre waren die so genannte Marlene-Hose (nach Marlene Dietrich) und die damals topmoderne Mieder-Wäsche.

Die 40er Jahre

Die Zeit von 1940 – 1949 war für Deutschland nicht nur in puncto Design eine sehr magere. Geprägt vom zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit interessierte das Thema Mode und Design nur einen verschwindend geringen Prozentsatz der deutschen Bevölkerung, der Großteil der Deutschen war schlicht und einfach mit Überleben beschäftigt. Auch bei den europäischen Nachbarn herrschten magere Zeiten wegen des Krieges, der auch an den USA nicht ganz spurlos vorbeiging.

Der einzige Designtrend hierzulande waren militärisch Accessoires in der Mode und preußisch anmutende Funktionalität.

Die 50er Jahre

Die heißen 50er Jahre waren eine Zeit der Gegensätze. Die Jugend rebellierte mit Rock´n Roll gegen die starren Normen und die Ordnungsliebe der Eltern. Das Wirtschaftswunder begann und mit ihm wurde die Bevölkerung wieder selbstbewusster, vor allem aber liquider. Kleidung von großer Eleganz und Klasse wurde zum Statussymbol und junge Frauen trugen kurze Kleidchen und tiefe Ausschnitte. Christian Dior revolutionierte mit seinem „New Look“ die Designer-Szene nicht nur in puncto Bekleidung. In den Fünfzigern wurde auch die „Party“ erfunden, bei der US-Elemente wie Coca Cola und Rock`n Roll nicht fehlen durften.

Die Bekleidungsstücke, die der Mann der 50er Jahre unbedingt tragen musste, waren der Hut und die Lederjacke. Die 50er waren auch die Zeit der Nierentische und der zarten Pastell-Töne im Wohnbereich.

Die 60er Jahre

Die wilden Sechzigerjahre waren geprägt durch einen politischen, gesellschaftlichen und auch sexuellen Gedankenwechsel, der sich unter anderem in Studentenprotesten und Kommunenbildung manifestierte. Die Flower-Power-Bewegung prägte nachhaltig das Design mit psychedelischen Farbkombinationen in der Mode und im Wohnbereich. In der Kunst war Pop-Art angesagt und die ganze Gesellschaft war eher extrovertiert. In den 60ern kam auch der bis heute bekannte Minirock zum Vorschein.

Unverzichtbare Accessoires der 60er waren die Schlaghose und die so genannte Beehive(Bienenstock)-Frisur bei den Damen.

Im nächsten Teil geht’s weiter…

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Shabby-Chic – ein neuer Design-Trend

10 01 2012

Zu allererst muss ich hier klarstellen, dass man den Namen dieses Trends nicht direkt mit dem deutschen Wort „schäbig“ übersetzen kann. Dieser Trend setzt eher darauf, verschiedene Möbel und Gegenstände möglichst gebraucht aussehen zu lassen bzw. diese so herzurichten, dass sie gebraucht aussehen. Zum ersten Mal bin ich auf diesen Trend gestoßen, als ich bei einer Freundin zu Besuch war. Da ich mich schon immer für alte Möbel begeistern konnte und meine Einrichtung auch weitgehend aus solchen besteht, fiel mir ein Nachttisch-Schränkchen auf, das die Wohnung meiner Freundin zierte.

„Hast Du das von Deinen Großeltern oder vom Flohmarkt?“, fragte ich relativ ahnungslos. „Nö das ist von IKEA!“, kam die prompte Antwort. Ich kam mir zuerst ein bisschen verschaukelt vor, denn wie die Einrichtungsgegenstände des schwedischen Möbeldiscounters sah dieses gute Stück keineswegs aus. Auf meine Nachfrage hin erklärte mir die Freundin, dass man diesen besonderen Vintage-Stil Shabby Chic nennt, sie habe sich ein Buch über diese Methode gekauft und es an diesem Einrichtungsstück getestet, weil es nicht so teuer war.

Donnerwetter! Ich ließ mir gleich die verschiedenen Methoden erklären, wie man ein nagelneues Möbelstück so herrichten kann, dass es ausschaut als wäre es schon durch die Hände mehrerer Generationen gegangen. Ich hörte unter anderem die Begriffe Krakelierlack, Rost-Finish, Patina-Medium und noch etliche andere Ausdrücke mit denen ich nichts anfangen konnte. Die Technik begeisterte mich jedoch derart, dass ich mir zu Hause gleich das Arbeitsbuch inklusive DVD (rechts im Bild) dazu bestellt habe.

Jetzt bin ich drauf und dran, meine antiken Möbelstücke, die bisher alle ausschließlich mit Bienenwachs behandelt waren, im Shabby-Stil zu bearbeiten. Mit einem kleinen Vertiko habe ich bereits angefangen und bin vom Ergebnis echt begeistert. Wahrscheinlich werde ich nicht die ganzen Naturholz-Möbel zukleistern, weil ich immer noch die natürliche Maserung des Holzes am schönsten finde aber einen Teil meiner Möbel werde ich wohl künftig so gestalten. Wer nicht selbst Hand anlegen möchte, kann auch im Shabby-Shop online nach Accessoires suchen.





Die 80er Jahre – einfach nur grell!

20 12 2011

Die Einladung zu einer Geburtstagsparty im Stil der 80er Jahre war der Anlass für diesen Beitrag. Obwohl das Geburtstagskind erst seinen 30. Lenz feierte und deshalb keine intensiven Erinnerungen an die 80er Jahre haben dürfte, war es eine absolut gelungene Feier. Du meine Güte – was wurden da für Erinnerungen wach…. Die 80er Jahre waren meine absolute Sturm-und-Drang-Zeit und einige der abscheulichen Klamotten, die ich damals trug, hängen heute noch bei meinen Eltern in einem verstaubten Kleiderschrank.

Bei der besagten Party war übrigens Verkleidungs-Pflicht und das wäre für mich als absoluter Faschings-Muffel eigentlich eine unzumutbare Bedingung gewesen – wäre es nicht eine 80er-Verkleidung gewesen, also Klamotten, die ich in meiner Jugend voller Stolz zur Schau trug. Ich muss zugeben, dass ich auf das Äußere der anderen Gäste sehr gespannt war, denn als ich im Internet (überflüssigerweise) Recherchen zum Thema 80er-Jahre-Mode und Design anstellte, fiel mir auf, dass die Retro-Shops überwiegend ihre Ladenhüter aus den 70er Jahren verhökern wollten.

In den 80er trug man nun einmal keine Schlaghosen, sondern Röhren-Jeans und den berüchtigten Karotten-Schnitt. Die Hosen waren grün, gelb, orange und überwiegend stonewashed. Das Stichwort Sport spielte in den 80ern ebenfalls eine tragende Rolle. Die Sportarten Tennis und Aerobic waren auch in der Alltagskleidung vertreten. Man trug Schweißbänder, Stirnbänder, Tennissocken, weiße Turnschuhe und überaus hässliche knallbunte Leggings. Dazu setzte man sich klassischerweise die vollverspiegelte Miami-Vice- oder Top-Gun-Sonnebrille auf die Nase, die Modeworte der 80er waren „grell“ und „geil“.

Aber nun zurück zur Party. Die Gäste teilten sich überwiegend in zwei Gruppen: Menschen in meinem Alter – also solche, die die 80er voll und ganz miterlebt hatten und Leute um die 30, die weitgehend auf Internet-Recherchen zu den 80ern angewiesen waren. So sahen die „Verkleidungen“ dann teilweise auch aus. Obwohl auch ein paar Adoleszente dabei waren, die recht authentisch aussahen – wahrscheinlich wurden sie von ihren Eltern beraten.

Es war also eine kunterbunte Party, bei der natürlich auch Salzgebäck, Leuchtstäbchen und Rollbraten mit lecker Nudelsalat nicht fehlen durfte. Ich war auch erstaunt von all den Bravo-Postern aus den 80ern, die über die Wände des Partyraumes verteilt waren – von Kajagoogoo über Frankie goes to Hollywood bis hin zu Sandra und Blümchen. Es interessierte mich selbstverständlich brennend, wo die Gastgeberin diese Schätze ausgegraben hatte. „Natürlich im Internet bestellt“, kam die prompte Antwort. Da war ich erst einmal baff – aber trotzdem: In den 80ern gab es keine Schlaghosen und damit basta!





Designelemente im Sanitärbereich – zeig mir Dein Bad und ich sage Dir wer Du bist

6 12 2011

Ich gehöre zu dem Menschenschlag, der in einem Restaurant zuerst einmal die Sanitäranlagen in Augenschein nimmt bevor er sich etwas zu essen bestellt. Damit bin ich bisher auch immer gut gefahren, denn wenn ich blitzsaubere und geschmackvoll gestaltete Toiletten vorfand, war ich meist auch mit der Küche zufrieden. Kann man diese Parallelen vielleicht auch im privaten Bereich ziehen? Nach dem Motto: Zeig mir Dein Bad und ich sage Dir wer Du bist…

Ich persönlich meine, dass die Ausstattung und der Inhalt des Badebereiches sehr wohl Rückschlüsse auf die Besitzer zulässt. Bei einem Öko-Freak (wie mir) sieht man im Badezimmer oft Bambus, Badesalz und Kräuteressenzen – die Sanitärelemente selbst sind aber eher schlicht gehalten. Es kommt natürlich auch stark auf die Größe des Raumes an, der zur Verfügung steht. Ein Badezimmer sollte nicht vollgestopft wie eine Rumpelkammer aussehen aber dennoch sollten die wichtigsten Elemente vorhanden sein. Stil gerne, protziger Luxus, nein danke.

Als ich vor zwei Jahren mein Bad zu einer Wellness-Oase umfunktionierte (glücklicherweise hatte zwei Zimmer zur Verfügung) orderte ich alle Accessoires die über die normale Sanitäreinrichtung hinausgingen im Poolpowershop. Dieser Anbieter hatte ein Portfolio das keine Wünsche offen ließ und bot mir darüber hinaus noch eine außergewöhnlich kompetente (kostenlose) telefonische Beratung. Deswegen kann ich diesen Shop auch uneingeschränkt weiterempfehlen. Die gelieferten Produkte waren von bester Qualität und definitiv ihr Geld wert.

Jetzt habe ich ein tolles Badezimmer mit einem gesonderten kleinen Wellness-Bereich. Platz und Budget hatten zwar nur für eine Mini-Sauna und eine kleine Sonnendusche gereicht, aber das macht mir gar nicht aus. Wenn ich aus meiner Sauna komme, gehe ich ins Badezimmer und dusche mich kalt ab oder lasse mich in die Badewanne gleiten, die ich vorher mit eiskaltem Wasser gefüllt habe. Das sind für mich echte Highlights und haben den gleichen Erholungswert wie der Besuch in einem Thermalbad.





Tunnels im Ohr – gibt´s den Trend schon länger?

16 11 2011

So manche Trends bekommt man erst mit, wenn man direkt damit konfrontiert wird. Meine 15jährige Tochter kam letzte Woche mit einem seltsam aussehenden Ohrstecker nach Hause. Ein schwarzes unspektakulär aussehendes Stäbchen steckte da in einem Ohrloch und ich fragte sie einigermaßen verwirrt was das darstellen soll. „Das isn Dehnstab, das gibt nen Tunnel“ kam die prompte Antwort. Auf meinen Einwand, dass ich über solche Entscheidungen gerne vorab informiert werden würde, kam lediglich „…wird eh nur ein kleiner von fünf Millimeter, der wächst auch wieder zu“.

Sorry aber fünf Millimeter kamen mir schon reichlich groß vor. Prompt stellte ich mich vor einen Spiegel um meine eigenen 12 Ohrlöcher zu begutachten die partout nicht zuwachsen wollen. Aber jeder der einer 15jährigen Dame schon einmal versucht hat etwas auszureden, weiß dass konstruktive Vorschläge nur in etwa einem Promille der Fälle wirklich auf fruchtbaren Boden fallen. Also hatte ich mich damit abzufinden, dass meine Tochter sich jetzt einen so genannten „Tunnel“ dehnt – bei dem Wort „Fleischtunnel“ bekomme ich  zwangsläufig Gänsehaut unter den Fußsohlen.

Als treusorgende Mutter und weil ich unbedingt vermeiden wollte dass meiner Tochter infektionsbedingt das Ohr abfällt, fuhr ich ein paar Tage später mit ihr zum „Piercing-Huber“ und der Dehnstab wurde durch ein hygienisch einwandfreies Teil aus Chirurgenstahl ersetzt – obwohl es jetzt natürlich lange nicht mehr so emo-mäßig ausschaut wie das schwarze Teil vorher. Ja das gehört dazu – jetzt weiß ich auch dass meine Tochter emo-mäßig drauf ist. Was das im einzelnen zu bedeuten hat, weiß ich zwar noch nicht aber solange die Geschichte nicht aus dem Ruder läuft, dann soll sie eben Emo sein und basta.

Ganz so sorglos wie ich hier tue, bin ich dann aber doch nicht. Deswegen habe ich selbstverständlich ein bisschen zum Thema Ohrtunnel gegoogelt – zum Thema Emo habe ich das noch vor mir. Diese schicken Accessoires können ja die Ohrwatscheln sogar so weit aufdehnen, dass Flaschenkorken durchpassen! Obwohl ich zugeben muss, dass der Gedanke, mir selbst so ein Ding reinfriemeln zu lassen, kurz durch den Kopf schoss, verursachten mir einige der Bilder doch starke Übelkeit. Meiner Tochter machte ich dann den Vorschlag, sie könne sich ihr Ohrläppchen ja auch 15 Zentimeter aufdehnen und dann Meerschweinchen durchspringen lassen – damit könnte sie vielleicht sogar im Zirkus auftreten.

Ich gebe zu, dass das keine gute Deeskalations-Strategie war – aber man lernt ja nie aus und der Spruch „Man wird erst erwachsen wenn die eigenen Kinder in der Pubertät sind“ ist sehr sehr weise….





Bang & Olufsen – vom Design-Highlight zur ästhetischen Zumutung?

27 10 2011

Die Hifi-Komponenten des dänischen Herstellers Bang und Olufsen waren vormals Schmuckstücke in dezentem Design, die auch etwas hermachten wenn sie gerade einmal nicht eingeschaltet waren. Die Entwürfe des Chef-Designers Jacob Jensen schafften es manchmal sogar bis in die Ausstellungsräume des New Yorker Museum of Modern Art. Wenn man sich die aktuelle Produktpalette von Bang & Olufsen anschaut, dann scheinen diese Zeiten wohl vorbei zu sein.

Die iPhone-Dockingstation Beosound 8 sieht beispielsweise aus wie eine nicht sonderlich gut gelungene Mischung zwischen Hundeknochen und Ghettoblaster – also dezent und unaufdringlich jedenfalls gar nicht, eher das krasse Gegenteil (siehe Foto). Ein anderes Beispiel sind die Standlautsprecher BeoLab 5, die wirklich krass an eine Symbiose von Papierkorb und Stehtischchen erinnern und absolut in keine halbwegs normale Wohnung passen.

Ein anderes Thema sind bei B&O die Preise – ganz billig war die dänische Edelmarke natürlich noch nie aber für Knappe 14.000 Euro würde ich mir persönlich lieber ein Paar Nautilus-Speaker von B&W leisten (anstelle der BeoLab 5). Der große BeoVision-Fernseher mit 85“ Bildschirm kostet schlappe 50.000.- €. Also mit dem dezenten Bang & Olufsen Charme von einst hat das nun wirklich nichts mehr zu tun. Die ganze Kollektion erinnert mich eher an einen Golf-GTI-Club mit überdimensional großen Heckspoilern…

Jede Design-Kollektion hat natürlich ihre High-End-Highlights und gerade im Hifi-Bereich, beispielsweise bei Bowers & Wilkins sind auch Produkte im sechsstelligen Euro-Bereich zu finden aber die aufwändige Technik (Nautilus) ist meiner Meinung nach auch nicht mit B & O zu vergleichen. Meine Empfehlung für die Designer von Bang und Olufsen: Back to the roots!





Spieldesign – was ist dran am MMORP-Game World of Warcraft

12 10 2011

Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich phasenweise selbst WoW spiele, jedoch nicht regelmäßig, denn dafür fehlt mir einfach die Zeit. Der Begriff MMORPG heißt übersetzt übrigens Massively Multiplayer Online Role Playing Game – also ein Online-Rollenspiel für gaaanz viele Spieler. WoW können Kids ab 12 Jahren spielen, diese Altersgrenze halte ich persönlich für ein bisschen niedrig angesetzt. Ab 16 Jahre wäre meiner Meinung nach sinnvoller. Nicht wegen Gewaltverherrlichung (die ich bei WoW auch nicht erkennen kann) sondern wegen dem Suchtfaktor und seinen Auswirkungen auf die schulische Laufbahn.

Bei WoW kann man zwischen zwei Fraktionen, namentlich Horde und Allianz, wählen. Jede Fraktion hat dann noch sechs verschiedene Rassen, z.B. Zwerge, Nachtelfen und Worgen bei der Allianz sowie Tauren, Orks und Blutelfen auf Hordenseite. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, gibt es auch noch 10 unterschiedliche Klassen, wie Druiden, Krieger, Priester, Schurken und Jäger. Wenn man diesbezüglich seine Wahl getroffen hat so kann man einen neuen Charakter von individuellem Aussehen erstellen, den man aktuell von Erfahrungsstufe 1 bis zur Stufe 85 spielen kann.

Unglaubliche 10 Millionen WoW-Spieler gibt es weltweit, deshalb ist die Spielwelt in verschiedene Realms aufgeteilt. Bei diesen Realms gibt es länderspezifische Unterschiede und auch Unterschiede im Spielablauf selbst. Die gebräuchlichsten Varianten sind PvE (Player vs. Environment) und PvP (Player vs. Player). Bei letzterer Alternative können sich die beiden Fraktionen, Horde und Allianz, jederzeit während des Spielablaufs bekämpfen, das ist für Einsteiger manchmal recht unbequem und es kann zu zum so genannten Ganking kommen (eine Art Mobbing).

Man spielt (levelt) seinen Charakter hoch, in dem man verschiedene Aufträge (Quests) annimmt und so Erfahrungspunkte sammelt und eine bessere Ausrüstung erhält. Das Ziel eines jeden Charakters ist dabei, auf Stufe 85 die bestmöglichste (epic) Ausrüstung zu erspielen und somit anderen Spielern überlegen zu sein. Meist werden zusammen in einer Gruppe große Aufträge (Instanzen bzw. Raids) erledigt, die ein Spieler allein nicht schaffen könnte. Als Belohnung dafür „droppen“ die hochwertigsten Ausrüstungsgegestände.

Ein Spieler kann sich entscheiden, ob er während des Spiels andere Spieler heilen möchte (Healer – so wie ich ;-)), den größtmöglichsten Schaden an Gegnern verursacht (Damagedealer) oder so viel wie möglich aushalten kann (Tank). Diese Eigenschaften sind natürlich Klassenabhängig, ein Krieger hält natürlich mehr aus wie ein Priester… Ich persönlich favorisiere das Spielart PvP und spiele gerne so genannte Schlachtfelder (Battlegrounds) bei dem 10-40 Spieler beider Fraktionen einen Eroberungskampf in verschiedenem Spielumfeld bestreiten – als Heiler bin ich dort immer ein gern gesehener Gast.

Gewaltverherrlichend finde ich dieses Spiel allerdings nicht. Erstens kämpfen Fantasykreaturen gegeneinander, zweitens hat das Spiel keine Ego-Perspektive und drittens kann man schließlich auch heilen anstelle zu metzeln. Auch fördert dieses Spiel kein Einzelgänger-Verhalten – alleine erreicht man bei WoW nur wenig. Man muss sich mit anderen Spielern in so genannten Gilden vernetzen und kommuniziert dann auch schriftlich über den Spielchat und mündlich via Headset über einen Teamspek-Server.

Ich habe einige andere Online-Spiele probiert, aber von Grafik, Design und Spielspaß habe ich noch nichts vergleichbares gefunden. Deshalb werde ich auch weiterhin sporadisch WoW spielen. Meine Lieblingsklasse ist übrigens der Druide (Healdudu), den ich bei beiden Fraktionen in der Spielart PvP spiele und von dem ich auch das obige Foto stammt. Meine 16jährige Tochter spielt auch mit und zusammen haben wir am Wochenende oft einen Riesenspaß. Wer mehr über World of Warcraft erfahren möchte, für den gibt es übrigens super WoW-Info-Portale.