EMP – auch heute noch eine Plattform für Revoluzzer

27 04 2012

Ich kann mich noch supergut daran erinnern als ich zarte 16 Jahre alt war und wochenlang dem neuen EMP-Katalog entgegenfieberte. War das gute Stück dann endlich auf meinem Couchtisch gelandet, dann sperrte ich mich zwei bis drei Tage lang in meinem Zimmer ein um alle Artikel anzukreuzen, die ich unbedingt und möglichst schnell haben musste. Spätestens nach einem halben Tag mit dem Kopf im EMP-Kataolog machte sich dann zwangsläufig eine gewisse Frustration breit, weil es mir wie Schuppen von den Augen fiel, dass ich viel zu wenig Kohle für meine Wünsche hatte.

Die nächsten drei Tage war ich damit beschäftigt, meine Wünsche auf das absolute Minimum zu reduzieren – nur um dann wiederum festzustellen, dass mein Geld noch nicht einmal für das absolute Minimum an Rocker-Outfit ausreicht. Am nächsten Tag wurde sich klassischerweise nach Ferien- und Wochenend-Jobs erkundigt, welche dann aber letztendlich meine Zeit für Festivals erheblich eingeschränkt hätten – es war zum verrückt werden. Nach diesen Tiefschlägen wurde ich oft gesenkten Hauptes bei meinen Eltern oder nahen Verwandten vorstellig und bat darum, meine Geburtstags-, Nikolaus-, Weihnachts-, und Ostergeschenke schon etwas vorzuziehen.

„Kein Thema, wenn es etwas Vernünftiges ist“ – das bekam ich dann meist zu hören. Diese Bemerkung (ich war damals leicht zu durchschauen) sollte mir von Anfang an klarmachen, dass EMP-Klamotten keinesfalls etwas Vernünftiges sind. Zähneknirschend mähte ich dann wochenlang den Rasen, putzte Autos und half beim Fenster putzen – was nebenbei erwähnt wahrscheinlich der Grund ist, warum ich diese Tätigkeiten auch heute noch auf den Tod nicht ausstehen kann. Gepaart mit täglichen Lamenti die auf Dauer sicherlich Steine erweicht hätten, war ich am Ende jedoch erfolgreich – wenn auch nicht ganz in der Zeit die mir vorschwebte.

Auch heute noch schaue ich oft in den EMP-Katalog – ja, der kommt nämlich jetzt wieder regelmäßig ins Haus. Ich habe nämlich eine Tochter im jugendlichen Alter. Was soll ich sagen – wenn der EMP-Katalog kommt, dann schließt sie sich erst einmal drei Tage in ihrem Zimmer ein, nur um dann völlig frustriert wieder heraus zu kommen und mich anzumotzen, dass ihr Geld nicht einmal ansatzweise für ihre Wünsche reicht. Naja, den Rest der Story könnt ihr oben lesen – es ist nämlich 1zu1 das Gleiche wie bei mir damals. Nur bin ich absolut nicht der Meinung, dass die Klamotten bei EMP „nichts Vernünftiges“ sind…ich hoffe meine Tochter weiß das zu schätzen ;).

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