Model-Hype im Kinderzimmer

1 07 2011

Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass ich keinesfalls zu den Müttern gehöre, die jeden Sammel-Hype der Kinder mitmachen. Bei uns gibt es weder Pokemons noch Fillies. Am neuesten hirnverbrannten Einfall der Spaßindustrie kam ich allerdings nicht ganz vorbei – und zwar an dem…..“Ding“ TOP-MODEL, sorry aber ich weiß nicht wie man so etwas nennen soll.

Bei diesem Kram geht es überwiegend darum, Zeichenblöcke zu kaufen, auf denen hunderte von gleich aussehenden Magermädels zeichnerisch mit Chiwawas, Handtäschen, Klunkern und Krenpel bestückt werden können. Dazu gibt es dann noch Stickers, und viele viele andere Accessoires.
Hier eine Auswahl von Amazon: http://www.amazon.de/top-models/

Die Botschaft der Werbeindustrie ist bei dieser Erfindung erstaunlich leicht zu begreifen: Auch unsere Kleinsten sollen doch bitteschön schon kapieren, dass man im Leben nur dann etwas zählt, wenn man die Maße 90-60-90 hat und exakt so aussieht wie die Modeindustrie es gerne hätte.

Mit vierzehn kann man dann die ersten Schlankheitspillen einwerfen, mit 18 kommt vielleicht die erste suizidale Krise weil man 3 Kg zu viel wiegt und mit 30 schluckt man dann Antidepressiva weil man immer noch nicht (oder nicht mehr) dem Schönheitsideal entspricht. Ganz einfach, oder?

Und doch konnte ich meine Kleine nicht davon abhalten, von Ihrem Geburtstagsgeld einen Top-Model-Malblock zu kaufen. Der Kragen platzte mir dann allerdings, als meine Tochter allen Ernstes sagte, sie wolle bald mal eine Diät machen damit sie keine Speckröllchen bekäme – dabei ist sie spindeldürr und besteht nur aus Muskeln und Sehnen.

Nach einer fast einstündigen Standpauke hatte ich meiner Kleinen allerdings den Sachverhalt mit Bildmaterial und allem drum und dran so weit klar gemacht, dass sie kapiert hatte um was es geht. Seitdem ist das Thema Top-Models bei uns ziemlich gegessen. Meine Tochter versucht mittlerweile sogar, bei anderen Kids missionarisch tätig zu werden.

Nur sitzen andere Kids jeden Tag vor der Flimmerkiste uns lassen sich mit Werbung das Hirn weichspülen. Bei uns ist das TV glücklicherweise seit fünf Jahren abgeschafft, vielleicht ist auch das der Grund, warum unsere Töchter nicht ganz so empfänglich für Werbebotschaften sind. Wenn da nicht noch der Gruppenzwang wäre….

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