Pflanzen formen – tut das Not?

31 05 2012

Zuerst möchte ich klarstellen, dass ich mit dem Ausdruck „Bäume formen“ keineswegs das Beschneiden von Obstbäumen meine. Mit geht es eher darum, kulturfremde Gewächse in naturfremde Formen zu schnipseln. Auch Zen-Gärten, in denen schließlich auch einiges an Pflanzen in Form gebracht wird, möchte ich ausnehmen. Für mich sieht jedoch eine zu Kugeln und Zylindern gestutzte Thuja-Hecke genauso aus, wie ein überdimensional großes Schild im Garten, mit der Aufschrift „Wir sind Spießer und stolz darauf!“ oder auch „Natur ist schön – aber ich kann es besser!“.

Warum machen denn Menschen solche grässliche Sachen mit der Natur? Ich bin zwar nicht unbedingt ein gläubiger Mensch aber wenn unser Schöpfer es als sinnvoll erachtet hätte, dass es Buchsbäume in Bärchenform gibt, dann würden wir sie wohl in der Natur finden. Vielleicht liegt es auch in der Natur mancher Menschen,  dass sie es nicht ertragen können wenn irgendwelche Sachen in einer Form wachsen, die sie nicht selbst beeinflussen können. Es muss alles in die Form und Ordnung gebracht werden, die sie selbst als richtig erachten.

Für mich persönlich gibt es kaum etwas schöneres als eine wild gewachsene Hecke oder urwüchsige Büsche und Bäume. Ich gehe noch weiter und halte es für eine Art von Blasphemie zu glauben, dass der Mensch etwas machen könne um die Natur schöner oder besser zu machen. Das Dumme ist nur, dass kaum jemand einen Blick für die Schönheit der Natur hat – im Gegenteil, mein „wilder Garten“ wirkt auf viele Menschen einfach nur ungepflegt. Für mich hingegen ist alles in „göttlicher Ordnung“😉.





Felldesigner für Hunde – wer zum Teufel braucht denn so etwas?

18 05 2012

Zuerst einmal muss ich zugeben, dass ich mit meinen Hunden auch schon einmal beim Hundefriseur war; aber nur ein einziges Mal, seitdem mache ich das selbst. Obwohl ein Hundefriseur wohl eine eindeutige Ausgeburt unserer Wohlstandsgesellschaft ist, habe ich noch weitgehend Verständnis für dieses Handwerk. Manche Hunde haben eben ein Fell, dass wenigstens einmal im Jahr eine professionelle Pflege nötig hat. Eine Freundin von mir verkündete letzte Woche allerdings ganz stolz, dass sie jetzt einen tollen Fell-Designer für ihren Malteser-Rüden an der Hand hat.

Etwas verdutzt fragte ich sie, wofür mann bitteschön einen Felldesigner braucht und ob es nicht vielleicht auch ein Hundefriseur tut. Pikiert erklärte sie mir, dass das absolut nicht das gleiche wäre. „Ein Hundefriseur ist mehr für die Pflege, das Ausdünnen und Schneiden des Fells zuständig, während ein Fell-Designer sein kreatives Potential ganz anders zum Ausdruck bringt“ (tut mir leid, genau das waren ihre Worte), sprach die Dame und außerdem: „Ein Felldesigner tönt das Hundehaar und bringt es in eine völlig neue Form, das solltest Du Dir unbedingt einmal anschauen“.

Ich gab ihr zu verstehen, dass ich nicht glaube, mir das anschauen zu müssen. Schon fing sie an, das Fell meiner Hunde zu inspizieren und ließ sich nicht davon abhalten mir zu erklären, dass ich dringend etwas in puncto Fellpflege unternehmen muss. Zeitgleich überlegte ich angestrengt, warum ich mit dieser Tussi überhaupt noch Kontakt habe und ob das wohl immer so ausgehen muss, wenn eine Dame aus dem Mittelstand einen Rechtsanwalt heiratet. Lange Rede kurzer Sinn, ich sehe die Dame voraussichtlich nicht wieder und wenn ich irgendwann mal genug Geld besitzen sollte um mit meinen Hunden zum Felldesigner zu gehen, dann spende ich diesen Überschuss lieber an Greenpeace.





EMP – auch heute noch eine Plattform für Revoluzzer

27 04 2012

Ich kann mich noch supergut daran erinnern als ich zarte 16 Jahre alt war und wochenlang dem neuen EMP-Katalog entgegenfieberte. War das gute Stück dann endlich auf meinem Couchtisch gelandet, dann sperrte ich mich zwei bis drei Tage lang in meinem Zimmer ein um alle Artikel anzukreuzen, die ich unbedingt und möglichst schnell haben musste. Spätestens nach einem halben Tag mit dem Kopf im EMP-Kataolog machte sich dann zwangsläufig eine gewisse Frustration breit, weil es mir wie Schuppen von den Augen fiel, dass ich viel zu wenig Kohle für meine Wünsche hatte.

Die nächsten drei Tage war ich damit beschäftigt, meine Wünsche auf das absolute Minimum zu reduzieren – nur um dann wiederum festzustellen, dass mein Geld noch nicht einmal für das absolute Minimum an Rocker-Outfit ausreicht. Am nächsten Tag wurde sich klassischerweise nach Ferien- und Wochenend-Jobs erkundigt, welche dann aber letztendlich meine Zeit für Festivals erheblich eingeschränkt hätten – es war zum verrückt werden. Nach diesen Tiefschlägen wurde ich oft gesenkten Hauptes bei meinen Eltern oder nahen Verwandten vorstellig und bat darum, meine Geburtstags-, Nikolaus-, Weihnachts-, und Ostergeschenke schon etwas vorzuziehen.

„Kein Thema, wenn es etwas Vernünftiges ist“ – das bekam ich dann meist zu hören. Diese Bemerkung (ich war damals leicht zu durchschauen) sollte mir von Anfang an klarmachen, dass EMP-Klamotten keinesfalls etwas Vernünftiges sind. Zähneknirschend mähte ich dann wochenlang den Rasen, putzte Autos und half beim Fenster putzen – was nebenbei erwähnt wahrscheinlich der Grund ist, warum ich diese Tätigkeiten auch heute noch auf den Tod nicht ausstehen kann. Gepaart mit täglichen Lamenti die auf Dauer sicherlich Steine erweicht hätten, war ich am Ende jedoch erfolgreich – wenn auch nicht ganz in der Zeit die mir vorschwebte.

Auch heute noch schaue ich oft in den EMP-Katalog – ja, der kommt nämlich jetzt wieder regelmäßig ins Haus. Ich habe nämlich eine Tochter im jugendlichen Alter. Was soll ich sagen – wenn der EMP-Katalog kommt, dann schließt sie sich erst einmal drei Tage in ihrem Zimmer ein, nur um dann völlig frustriert wieder heraus zu kommen und mich anzumotzen, dass ihr Geld nicht einmal ansatzweise für ihre Wünsche reicht. Naja, den Rest der Story könnt ihr oben lesen – es ist nämlich 1zu1 das Gleiche wie bei mir damals. Nur bin ich absolut nicht der Meinung, dass die Klamotten bei EMP „nichts Vernünftiges“ sind…ich hoffe meine Tochter weiß das zu schätzen😉.





Was ist eigentlich Emo-Style?

30 03 2012

…das muss ich mich als alte Rockertante schon einmal fragen. Auf die Frage kam ich, weil meine Tochter anscheinend seit neuestem auf dieser Schiene unterwegs ist. Ihre schönen großen blauen Augen werden mit was auch immer so ungünstig in schwarz geschminkt, dass sie nur noch aussehen wie bei einem Maulwurf. Dazu wird eine möglichst desinteressiert bis leidende Miene aufgesetzt und die Erscheinung dann noch durch schwarze Klamotten unterstrichen, die man durchaus auch auf einer Beerding tragen könnte. Ich weiß, ich weiß, die Pubertät, da war ich auch nicht einfach….aber was ist jetzt eigentlich Emo-Style, ich recherchiere einfach mal.

Also das Emo (Emocore) ursprünglich ein Sub-Genre des Hardcore-Punk war, das wusste ich schon einmal nicht. Die Themen dieses Musikstils passen jedoch perfekt in die schlimme Phase, die Teenager mehr oder minder heftig im Alter zwischen 14 und 17 Jahren durchlaufen: Liebe, Verzweiflung, Frust usw.. Seit der Jahrtausendwende hat Emo jedoch auch ganz viel mit Mode und Stil zu tun. Die Haare müssen beim Emo-Style anscheinend möglichst schwarz und fettig aussehen und im Idealfall ins Gesicht hängen.

Dazu trägt man zu enge, zu kurze und meist auch zu schwere Hosen. Enge T-Shirts und Cordjacken gehören anscheinend auch dazu, nicht zu vergessen natürlich die schwarz geschminkten Augen. So weit so gut, das mit den Cord-Klamotten konnte ich bei meinem Exemplar bisher nicht beobachten aber der Rest der Merkmale, inklusive Musikgeschmack, passt schon ganz gut. Davon abgesehen ist es ja auch absolut nichts schlimmes dran, emo-mäßig unterwegs zu sein. Da gibt es wahrhaftig Schlimmeres – nur das mit den zugeschminkten Augen, also das regt mich auf…;-)





Fitnesstraining – eine Art von Körpersdesign

14 03 2012

Im weitesten Sinne ist es ja wirklich eine Art von Körperdesign, wenn man versucht seinen Körper möglichst attraktiv zu erhalten. Zwar macht die Schwerkraft, die ab 40 mindestens doppelt so stark wirkt wie vorher, nicht nur uns Frauen schwer zu schaffen aber mit ein bisschen Fitnesstraining und ausgewogener Ernährung kann man einiges kompensieren. Es muss ja nicht gleich das ausgeklügelte Programm eines Fitnessclubs sein, für das man sich in- und auf Geräte setzen muss, die aussehen wie Star-Trek-Requisiten.

Ein bisschen Fitnesstraining oder Bodyforming (furchtbares Wort) kann man durchaus auch zu Hause leisten. Dazu muss man sich noch nicht einmal ein eigenes Fitnessstudio einrichten. Mir persönlich reicht zum Beispiel ein Laufband und ein Bauch/Rücken-Trainer völlig aus. Es gibt natürlich noch eine ganze Menge anderer, hocheffektiver Trainingsgeräte aber es muss ja nicht gleich ein High-End-Home-Trainingsraum daraus werden. Das wichtigste in puncto Heimtraining ist ohnehin die Motivation.

Für die Aufstellung von Trainingsgeräten eignen sich nicht mehr genutzte Kinderzimmer und Kellerräume ganz besonders gut. Viel Platz benötigt man dafür eigentlich gar nicht – obwohl es mir wenig Freude machen würde, mich in einer Abstellkammer auf mein Laufband zu stellen. Ein motivierendes Ambiente kann da eindeutig von Vorteil sein. Meine Geräte habe ich mir übrigens über den Online Shop des Anbieters AC Fitness bestellt und war sehr zufrieden mit dem Service und der Qualität der gelieferten Waren.





Schuhe als Spiegel des Menschen?

27 02 2012

Ein Freund von mir, ein recht erfolgreicher Geschäftsmann, sagte mir einmal folgendes: „Ich schaue bei einem neuen Kunden immer zuerst auf die Schuhe, das hilft mir ungemein dabei den Menschen einzuschätzen, den ich vor mir habe“. Einigermaßen schockiert warf ich einen Blick auf meine eigenen Schuhe, die ich höchstens zweimal im Jahr putze und denen ich auch sonst keine große Beachtung schenke. „Aus Deinen Schuhen würde ich zum Beispiel herauslesen, dass Du ein recht lockerer Mensch bist aber nicht unbedingt über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügst“, war seine Bemerkung zu meiner Reaktion.

Tsja, da hatte er wohl recht. Er selbst lässt sich seine Schuhe natürlich von Hand aus Pferdeleder nähen und an der Spitze ist ein kleines Messingplättchen (er hat mir erklärt, warum das so sein muss aber ich hab´s vergessen). Wenn die Schuhe einen kleinen Makel haben, was selbstverständlich so gut wie nie vorkommt, dann werden Sie vom Schuster in einem roten Samt-Säckchen abgeholt, repariert und anschließend wieder ins Haus geliefert. Naja, für 1.500.- Euro pro Schuhpaar kann man das wahrscheinlich auch erwarten.

Also wenn ich 1.500.- Euro zuviel hätte, dann würde ich in den Urlaub fahren, ein Wellness-Wochendene mit allen Schikanen verbringen oder so lange gut essen gehen bis die Kohle weg wäre… Nicht dass ich in Billigtretern durch die Gegend latsche aber 150.- Euro sind bei mir die absolute Obergrenze für Schuhe. Als sich meine Kinder noch in meiner unmittelbaren Obhut befanden, waren Kinderschuhe ein heftiger Kostenfaktor. Denn die Kleinen wachsen irgendwie an den Füßen ganz besonders schnell.

Allen die sich in diesem Metier nicht auskennen sei gesagt: Kinderschuhe kosten nicht etwa weniger, weil sie ja nur halb so groß sind wie die Schuhe für Erwachsene. Weit gefehlt – Kinderschuhe kosten meist mindestens genauso viel wie normale Schuhe, oft sogar noch mehr. Glücklicherweise haben sich diese Ausgaben aber relativiert und ich kann mein Schuh-Geld für mich alleine ausgeben…wenn auch nicht gerne, da falle ich vielleicht (wieder einmal) ein bisschen aus dem Rahmen.





Design-Highlights aus 10 Jahrzehnten (Teil2)

17 02 2012

Um den Zeitraum zwischen den 70er Jahren und der Jahrtausendwende geht es in der Fortsetzung meines Beitrags „Design-Highlights aus zehn Jahrzehnten“. An die hier beschriebenen Jahrzehnte erinnern sich die meisten von uns noch recht gut und oftmals werden Kindheitserinnerungen wach, wenn man Bilder mit Schlaghosen, Stirnbänder und Tennisklamotten sieht…

Die 70er Jahre

Der Anfang der 70er Jahre wurde auch in puncto Design von der Mondlandung und den Apollon-Flügen geprägt. Es gab allerorts Science-Fiction-Elemente, Kugelformen und abgerundete Ecken. Die Modefarben dieses Jahrzehnts waren Braun-, Orange-, Gelb- und Grüntöne, welche man teilweise heute noch in alten Bädern bewundern kann (falls einem die Augen nicht dabei tränen). Der dänische Designer Verner Panton und Luigi Colani waren besonders angesagt und es gab kaum Gegenstände die nicht aus Plastik waren.

Die 80er Jahre

Die 80er waren eine herrlich kunterbunte Zeit – alles außer Spießertum war erlaubt und das spiegelte sich auch ganz klar im Design wieder. Möbel waren auch mal aus ungewöhnlichen Materialien wie Beton oder Stahl und die Klamotten waren echt grell (wie man damals sagte) – heute könnte man es durchaus auch scheußlich nennen… Die 80er waren auch geprägt von der Generation „No-Future“, dem Zauberwürfel und natürlich der Musikrichtung „Neue Deutsche Welle“.

Die 90er Jahre

Diese Zeit war in Deutschland gekennzeichnet von der Wiedervereinigung und der Auflösung des vorher so gefürchteten „Ostblocks“. Inline Skating war eine angesagte Sportart, im Kino lief Jurassic Park und löste bei der jüngeren Bevölkerungsschicht eine riesige Dino-Welle aus und wenn die Mädels nicht auf Dinos standen, dann musste unbedingt ein Tamagotchi-Ei her. Tätowierungen sah man in den 90ern mehr und mehr bei ganz normalen „Wilden“ (auch meine ist von ´95;-)) und nicht nur bei Verbrechern – besonders berüchtigt: Das so genannte „Arschgeweih“ – ein kurzer Blick in die Zukunft: 2010 war das Weg-Lasern von Tätowierungen sehr beliebt😀.

Die 2000er Jahre

Um die Jahrtausendwende revolutionierte die Firma Macintosh (Apple) das Design von Computern, das vorher eher auf Funktionalität ausgerichtet war. Ratzinger wurde Papst und Obama Präsident der USA – auf das Design hatte das allerdings genauso wenig Einfluss wie die allgegenwärtig geschürte Angst vor Terroranschlägen aller Art. Mode und Einrichtungstrends des letzten Jahrzehnts halten sich teilweise noch bis heute.

Die 2010er Jahre

Über die Design-Trends der 2010er Jahre, finden Sie in 10 Jahren einen rückblickenden Blogbeitrag auf diesen Seiten😉. Die aktuellen Design-Trends bei Büromöbeln finden Sie allerdings hier: http://www.buero-object.de/